| Text zur Ausstellung
Zum Auftakt des Ausstellungsprogramms im neuen Projektraum zeigt MINKEN & PALME zwei Künstler, deren Arbeiten räumliche Wahrnehmung durchbrechen, verändern, abstrahieren und in Frage stellen. Die Londoner Künstlerin Manuela Barczewski zeigt großformatige Fotografien aus ihrer Arbeit „shifting around, 2007“, in der sie Alltagsgegenstände und Fundstücke zu Ensembles arrangiert hat, die wie seltsame Interieurs erscheinen. Dabei löst sie Gegenstände aus ihren ursprünglichen Bedeutungszusammenhängen und schafft in ihren Bildern neue visuelle Bezüge. Es entstehen Bildräume, in deren verstörender Anomalität sich der Betrachter verliert – nichts ist hier gewöhnlich. Zusammengehalten durch nichts als die Spannung der Objekte untereinander und die gelegentliche Klammer eines Tackers, entwickeln die Kompositionen Barczewskis beim Betrachter eine ebensolche Spannung.
Martin Meyenburg hat für die Ausstellung eine großformatige Holzskulptur gebaut. Das Objekt ist eine Weiterführung seiner bisherigen malerischen Arbeit. Den Künstler beschäftigt die Schnittstelle von zwei- und dreidimensionalen Systemen, deren möglichen Unschärfen, Übersetzungsfehler und Reibungspunkte. Seine Malereien fasst Meyenburg als virtuellen Raum auf, in dem der Betrachter sich bewegen kann. Mit der jetzt bei MINKEN & PALME präsentierten Installation gibt der Künstler diesem Gedanken Raum. Durch die dreidimensionale Visualisierung schafft er einen neuen und tatsächlich räumlich erlebbaren Bezugsrahmen, in dem sich der Besucher orientieren und wahrnehmen kann. Zusammen konstituieren die verschiedenartigen und doch verwandten Arbeiten der zwei Künstler eine Ausstellung über die Konstruktion und Negation von Raum.
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